BARFen & die Verdauung

Januar 2022

Immer mehr Hundehalter setzen auf natürliche Ernährung und verordnen ihrem Vierbeiner einen BARF Speiseplan. Diese Form der Rohfütterung kann sich auf die Gesundheit des Tieres durchaus positiv auswirken – so berichten viele Tierfreunde davon, dass sich der Kot-Output ihres Schützlings deutlich verbessert hat, nachdem industriell gefertigte Massenprodukte aus dem Haus verbannt wurden.

Wenn der Speiseplan stimmt, dann stehen die Chancen auch sehr gut dafür. Im folgenden Artikel erfährst Du, wie es klappt.

Richtiges BARFen kann der Verdauung auf die Sprünge helfen

Der Körper eines Hundes hat ganz besondere Anforderungen, denen man mit BARFen gut begegnen kann. Das liegt vor allem daran, dass Du frei wählen kannst, was Du deinem Liebling in den Napf gibst.
Industriell gefertigtes Nass- und Trockenfutter besteht häufig aus eher billigen Zutaten: So ist es leider nicht immer genau klar, welches Fleisch den Weg in die Packung findet. Auch Stoffe, die den Hund zwar satt machen, aber beileibe nicht immer verträglich sind, sind weit verbreitet: Dazu gehören u.a. schleimige Hydrolysate, Getreide wie Weizen oder Gerste oder Rübentrockenschnitzel.

Futtermittelunverträglichkeiten immer weiter verbreitet

Die Folge: Immer mehr Hunde leiden unter einer Futtermittelunverträglichkeit. Aufgrund der vielen umstrittenen Inhaltsstoffe ist es dann gar nicht so einfach, mittels einer Ausschlussdiät den wahren “Übeltäter” zu bestimmen. So vergehen manchmal Monate oder sogar Jahre, bis ein Futter gefunden wird, das mehr oder weniger die Sensibilitäten des Vierbeiners berücksichtigt.
Die Zwischenzeit ist dann eine wahre Qual für den Hund. Oft leidet er dann fast ständig unter Blähungen oder einem zu harten oder zu weichen Kot, auch Übelkeit, Erbrechen oder Durchfall sind häufig zu beobachten.
Da sich Unverträglichkeiten über längere Zeit hinweg entwickeln, besteht zudem die Gefahr, dass das Tier schon bald auf das neue Futter wiederum allergisch reagieren könnte.

Auf ausgewogene Zusammensetzung achten

Wenn dein Liebling immer wieder unter einer sensiblen Verdauung leidet, kann BARFen eine echte Alternative darstellen.

BARFen bedeutet: Der Hund kriegt vor allem – aber nicht ausschließlich – rohes Fleisch. Das bedeutet aber nicht, dass Du dieses blind zusammensetzen darfst. Für eine gesunde Ernährung ohne Mangelerscheinungen und Verdauungsprobleme musst Du schon auf einen ausgewogenen Futterplan achten.

Idealerweise hat dieser dann etwa:

40 % Muskelfleisch

13 % Pansen

13 % Innereien und

13 % Knochen (roh und fleischig) bzw. Knorpel.

Auch Milchprodukte wie Joghurt und Hüttenkäse können in kleinen Mengen beigefügt werden. Da die meisten Hunde eine angeborene Laktoseintoleranz haben, sollten dabei aber ausschließlich milchzuckerarme oder ganz laktosefreie Sorten zum Einsatz kommen. Dazu gehören z.B. Ziegen- oder Schafmilchprodukte.

Obst & Gemüse nicht vergessen

Wenn Du deinen Hund ausschließlich mit Fleisch ernähren würdest, könnte das aber auch wieder Verdauungsprobleme mit sich bringen. Denn die Vierbeiner brauchen auch pflanzliche Zutaten. Sie liefern z.B. wertvolle Ballaststoffe, die Giftstoffe binden, die Verdauung anregen und die Darmflora in Balance halten.

Generell wird davon ausgegangen, dass eine BARF Mahlzeit 80 Prozent Fleisch und 20 Prozent Obst und Gemüse enthalten sollte. Allerdings dürfen Hunde nicht alles fressen, manches Grünzeug, das für uns Menschen unbedenklich ist, kann für die Vierbeiner sogar hochgiftig sein. Mehr zu diesem wichtigen Thema kannst Du auch hier nachlesen.

Übrigens greifen sogar Wölfe gerne mal zu Obst und Gemüse: Der Urvater unserer Haushunde liest immer wieder Beeren und andere Früchte auf, um seinen Hunger zu stillen. Weiterhin ernährt er sich natürlich auch vom Mageninhalt seiner Beutetiere, die meistens Pflanzenfresser sind.

Kleine Probleme am Anfang sind ganz normal

Wenn Du deinen Hund von Fertignahrung auf BARF umstellst, ist es aber gut möglich, dass er die ersten Tage bis Wochen zunächst einmal etwas zu kämpfen hat und trotzdem Verdauungsprobleme aufweist. Diesbezüglich kann ich dich aber beruhigen: In den meisten Fällen ist das völlig harmlos.

Hierbei handelt es sich fast immer um eine ganz normale Reaktion des Verdauungstraktes. Hunde sind Gewohnheitstiere und können deshalb sehr sensibel sein, wenn das Futter auf einmal ganz anders zusammengesetzt ist. Dieses Phänomen hat mit BARFen an sich zunächst sehr wenig zu tun, auch bei einem Wechsel von Nass- auf Trockenfutter oder umgekehrt treten häufig Probleme auf.

Meistens handelt es sich dabei dann um Durchfall oder Verstopfung. Gewöhnlich klingen diese Beschwerden nach einigen Tagen ab.

Währenddessen kannst Du einiges tun, um die kleinen Probleme deines Vierbeiners zu lindern. Mehr zum Thema Hund und Verstopfung” findest Du hier.

Den Kot des Vierbeiners gut im Blick behalten

Allerdings solltest Du die Verdauung deines Hundes nach der Umstellung auf BARF immer gut im Blick behalten. So kann es auch später mal dazu kommen, dass das Tier Magen-Darm-Probleme aufweist.
Das liegt dann oft daran, dass der Hund unter einem Parasitenbefall leidet. Rohes Fleisch ist leider ein guter Nährboden für Würmer und andere Kleinstlebewesen. Selbst, wenn die Ware vorbildlich gelagert wurde, besteht immer ein Restrisiko, da die Schmarotzer sehr hartnäckig sein können.
Parasiten machen sich mit Vorliebe im Verdauungstrakt breit und können dort einige Schäden anrichten: Die Darmflora gerät aus dem Gleichgewicht, Würmer stehlen dem Hund wertvolle Nährstoffe und beschädigen außerdem die Darmwände, an denen sie sich festhaken. Der Körper des Hundes reagiert darauf dann mit Abwehrreaktionen wie Durchfall.
Fast alle Tierärzte raten deshalb dazu, Hunde, die geBARFt werden, regelmäßig zu entwurmen – die meisten Pläne sehen dann etwa 12 Wurmkuren jährlich vor. Wenn Du dir Sorgen machst, dass diese medikamentöse Dauerbehandlung Komplikationen für den Vierbeiner bedeuten, kannst Du alternativ auch regelmäßige Kotanalysen vornehmen lassen. Dann werden die Wurmbehandlungen nicht prophylaktisch, sondern nur bei wirklichem Befall verabreicht was wir für äußerst sinnvoll halten. Es nimmt ja auch keiner eine Kopfschmerztablette prophylaktisch.

Dies ist ein Gastartikel von Hundefreunde24.de
Verfasser: Sven