Supplemente 1

Diese Informationen hat Kirsten Cordes www.Katzennatur.de zusammengetragen, recherchiert und mit viel Liebe geschrieben.

Calciumcarbonat/Eierschale
Calciumcarbonat kann entweder aus natürlichen Substanzen gewonnen werden (Ausgangsstoff Kalkstein, Kreide, Marmor) oder aber durch chemische Prozesse (gefälltes Calciumcarbonat). Bei den Zusatzfuttermitteln gibt es auf dem Markt Calciumcarbonat beider Herkunftsarten. Der Unterschied liegt meist in der Farbe (Für (Heim)Tierfuttermittel wird oftmals Calciumcarbonat aus Kreide genutzt, das einen geringeren Weißheitsgrad besitzt, also eher gräulich ist) und der Reinheit. Der Mindestgehalt an Calcium liegt aber bei Calciumcarbonat für Tierfuttermittel in jedem Fall bei 36%.

Eierschale, gut getrocknet und möglichst fein gemörsert, enthält ebenfalls praktisch nur Calciumcarbonat, ist aber ein reines Naturprodukt. Niemand weiß bisher, ob in solchen natürlichen Substanzen nicht vielleicht noch unentdeckte Stoffe vorhanden sind, die in dieser natürlichen Zusammensetzung positive Wirkungen haben. Etwa 6g auf ein Kilo Fleisch gleichen das Ca/P-Verhältnis aus, führen aber zu relativ niedrigen Gesamtwerten.

 

Calciumcitrat
Bei Calciumcitrat (Lebensmittelzusatzstoff E333) handelt es sich um ein Salz der Zitronensäure, die eine Verbindung mit Calcium eingeht. Der Ausgangsstoff ist industriell gefertigte Zitronensäure (Schimmelpilzkulturen, die von Melasse genährt werden und so Zitronensäure bilden) aus der das Calciumcitrat gefällt wird. Calciumcitrat besitzt eine hohe Reinheit und Bioverfügbarkeit. Bezogen auf das Gesamtgewicht enthält Calciumcitrat nur etwa halb so viel Calcium wie Calciumcarbonat, daher ist die Zugabemenge hier höher. (ca. 10-12g auf ein Kilo Fleisch)

 

Algenkalk
Algenkalk besteht aus den Ablagerungen abgestorbener Rotalgen. Bekannt ist er eigentlich als Düngemittel, insbesondere im Bio-Anbau. Er enthält nahezu soviel Calcium wie gemörserte Eierschale (34%), allerdings auch bis zu 10% Magnesium und Spurenelemente wie Jod. Mit 6-7g pro Kilo Fleisch erreicht man hier ein in etwa ausgewogenes Ca/P-Verhältnis.

 

Salze
Es gibt Industriefuttersorten, die überraschend hohe Natriumwerte aufweisen. Durch dieses Salz im Futter soll das Durstgefühl der Katzen angeregt werden, damit sie, insbesondere bei Trockenfütterung, mehr Wasser zu sich nehmen. Wer also industrielles Futter gibt, lässt besser die Finger vom Salzstreuer. Rohfütterer ergänzen gerne etwas Salz, denn das verfütterte Fleisch ist in der Regel ausgeblutet und im Blut steckt eine ordentliche Menge Natrium. Wer knochenfrei füttert, hat einen Grund mehr, zum Salzstreuer zu greifen, denn auch in Knochen sitzt Natrium. Insgesamt kann eine Zugabe von 2-4g Salz pro Kilo Fleisch Sinn machen, je nach Blut- und Knochengehalt.
Salz hat wohl jeder in der Küche. Besonders wertvoll sollen Salze wie Meersalz oder Himalayasalz sein.
Meersalz stammt tatsächlich aus dem Meer, wird allerdings in diversen Prozessen gereinigt, bevor es in den Handel kommt und enthält dann eigentlich nichts anderes als Siedesalz, nämlich Natriumchlorid. Andere Mineralstoffe und Jod sind zwar in Spuren nachweisbar, aber in diesen Mengen nicht der Rede wert.
Etwa 70% des weltweiten Steinsalzabbaus findet in Punjab, Pakistan, statt. Dieses Salz wird gerne als Himalayasalz bezeichnet, hat mit diesem Gebirge aber nichts zu tun. Gerüchte, dass der Salzabbau in Pakistan in erster Linie von Kinderarbeitern im Unter-Tage-Abbau betrieben wird, tauchen in den Medien immer mal wieder auf. Steinsalzabbau wird aber auch in Österreich und Polen betrieben und zwar schon seit über 3000 Jahren. Die Kelten haben diese Salzquellen schon genutzt. Nur etwa 3% der Gesamtproduktion werden zu Speisesalz verarbeitet, Steinsalz wird zum Beispiel auch zu dem Spülmaschinensalz, das die Verkalkung verhindern soll verwendet oder es hilft uns bei Glatteis als Streusalz auf den Straßen.
Speisesalze werden häufig jodiert im Handel angeboten. Da der Jodbedarf von Katzen und Hunden sehr unklar ist, mögen wir hier keine Empfehlung geben welches Salz sinnvoller ist. Wir füttern seit Jahren Meersalz und haben damit gute Erfahrungen gemacht.

 

Taurin
Taurin bedeutet "Stiergalle". Früher wurde Taurin angeblich aus Stier- und Ochsengallen gewonnen. Daher auch die oft "sagenhafte" Wirkung, die ihm nachgesagt wird. "Flügel verleiht" es allerdings eher durch die Kombination mit Koffein, denn Taurin erhöht die Aufnahme des Koffeins im menschlichen Organismus. Trotz nicht nachgewiesener sonstiger angeblicher Wirkungen wird es heute massiv in so genannten "Energy-Drinks" eingesetzt.

2-Aminoethansulfonsäure (=Taurin) ist ein Abbauprodukt der Aminosäuren Cystein und Methionin und es zählt zu den organischen Säuren. Heute wird Taurin chemisch aus Ethen, Ammoniak und Natriumsulfit gewonnen. Taurin fällt als Zwischen- oder Abfallprodukt auch bei der Herstellung von Farbstoffen, Reinigungsmitteln und Arzneimitteln an.

Taurin ist also sozusagen eine Art Aminosäure, die Katzen in ihrem Organismus nicht selbst herstellen können, die sie aber unbedingt brauchen. Mäuse sind die Landlebewesen mit dem höchsten je gemessenen Tauringehalt. Ohne Taurin werden Katzen blind (Retinopathie) und kriegen Herzprobleme. (Dillatative Kardiomyopathie)
Muskelfleisch enthält etwas Taurin, aber damit allein kriegen wir nur ein Minimum in die Katze. Herz und Hirn enthalten schon mehr Taurin. Muscheln und Krabben enthalten ziemlich viel davon, aber damit allein wollen wir unsere Katzen ja nicht ernähren. Die Bioverfügbarkeit von Taurin leidet massiv beim Erhitzen.

Die Empfehlungen für die Taurinzugabe liegen zwischen 100 und 500mg/Tag. Es gibt einige sehr positive Berichte bezüglich der guten Auswirkungen einer reichlichen Tauringabe (bis 500mg) und bisher keine bekannten Nebenwirkungen.
Die meisten industriellen Futter enthalten ca. 0,1% Taurin als Zusatzstoff. Damit können Katzen problemlos überleben ohne blind zu werden oder herzkrank, mehr aber auch nicht. Die Frage ist, wie viel Taurin wohl nach dem Erhitzen der Dosen noch für den Katzenorganismus verfügbar ist. Genau gemessen wurde das noch nicht. Die Maillardreaktion in Dosenkonserven führt dazu, dass Taurin von der Katze nicht mehr gut aufgenommen werden kann, sondern im Darm abgebaut wird.

Es hat mal jemand folgenden Vergleich gezogen: Wenn ich Menschen ein Minimum an Vitamin C gebe, bekommen sie zwar kein Skorbut, aber sie sind anfälliger für Infektionen und haben insgesamt ein schwaches Immunsystem. So ist das auch mit der Minimaldosierung von Taurin. Ich finde, egal, was man füttert, Taurin darf man immer dazu geben. Bei Herzproblemen sollte man allerdings den Tierarzt befragen, denn die – salopp gesagt- "herzstärkende" Wirkung- kann unter Umständen bei bestimmten Herzmuskelerkrankungen kontraindiziert sein.

Die tägliche Dosis am besten per Messlöffel (MITBESTELLEN!) abmessen, in etwas Wasser auflösen und unter das Futter mischen. Taurin soll trocken gelagert werden. Am besten z.B. die Wochenration in einen extra Behälter füllen und die Dose somit nur 1 mal pro Woche öffnen, so kann es weniger Wasser ziehen und verklumpt nicht so schnell.

Taurin zählt meiner Meinung nach neben Bierhefe zu den wenigen sinnvollen Futterergänzungsmitteln und zwar sowohl für Rohfütterer als auch bei industrieller Fütterung.
Wer allerdings als Rohfütterer absolut keine synthetischen Mittel füttern mag, kommt auch ohne zusätzliche Taurinzugabe aus. Möglichst frisches Fleisch mit hohem Herzanteil und öfter mal Meeresfrüchte wie Muscheln oder Krabben bieten genug Taurin, ohne dass eine Unterversorgung auftritt.

Möglichst reines Taurin (mind. 99%) erhält man in Barfer-Shops. Häufig findet man diverse "Taurinprodukte" als Leckerchen im Haustierregal. Diese enthalten in der Regel eine minimale Menge an Taurin, aber oft viele Zusatzstoffe, davon nicht selten Zucker. Sinnvoller ist es, gleich reines Taurinpulver zu kaufen und sich (und der Katze) all die unnötigen Zusatzstoffe zu (er)sparen.

Auf Taurinpulver prangt in der Regel ein erschreckendes Symbol, das vor ätzenden Chemikalien warnt. Das ist gesetzlich vorgeschrieben und man sollte tatsächlich tunlichst vermeiden, sich größere Mengen Taurinpulver in die Augen zu reiben. Ich habe Taurin selbst gekostet, es schmeckt ein wenig säuerlich und erinnert an Brausepulver aus der Kindheit. Probieren Sie mal selbst, wenn Sie sich Sorgen machen. Sie werden sich den Magen nicht verätzen. Katzen tolerieren diesen Zusatz allerdings deutlich eher, wenn das Taurinpulver in etwas Wasser gelöst und erst dann unter das Futter gemischt wird.

 

Bierhefe
Es gibt Rezepte in altägyptischen Papyrus-Schriften, die belegen, dass schon vor über 5000 Jahren Bierhefe als Heilmittel für hohes Alter und gesunde Haut verwendet wurde. Bierhefe ist sozusagen ein Abfallprodukt der Bierbrauerei. Dabei handelt es sich um so winzige kleine Pilze, dass sie erst mit der Erfindung des Mikroskops zum ersten mal nachgewiesen werden konnten. Bierhefe enthält neben allen Vitaminen der B-Gruppe viele wertvolle Mineralstoffe und Spurenelemente. Bei Katzen und Hunden wirkt sie sich hervorragend auf die Fellqualität aus, kann Hautproblemen vorbeugen und vielleicht sogar (darüber gibt es keine wissenschaftlichen Belege, sondern nur Erfahrungsberichte) vorbeugend gegen Parasitenbefall wirken.
Der feuchte Bierhefeschlamm wird getrocknet, dadurch werden die Zellwände der Pilze zerstört und die enthaltenen Nährstoffe können direkt vom Organismus aufgenommen werden.

Man kann Bierhefe kurweise im Fellwechsel zugeben oder auch regelmäßig etwa 1/4 Teelöffel pro Katze übers Futter streuen.
Bierhefe enthält neben vielen anderen Stoffen auch Phosphor. Deshalb ist es nicht egal, wie viel man davon zufüttert, denn irgendwann wirkt sie sich auf das Calcium/Phosphor-Verhältnis aus. Zwar werden B-Vitamine bei Überschuss sehr unproblematisch über den Harn ausgeschieden, weil sie wasserlöslich sind, aber grundsätzlich sollte man immer das Prinzip einer ausgewogenen Zusammenstellung des Futters im Auge behalten. Zwingend notwendig ist eine zusätzliche Gabe von B-Vitaminen nicht. Weder für Fertigfütterer noch für Rohfütterer. Da Bierhefe aber meistens von Katzen geliebt wird und so ganz nebenbei die Akzeptanz eines Futters erhöhen kann, insgesamt eher positive Auswirkungen hat und eigentlich nicht schaden kann… warum also nicht?

Bierhefe kann man nicht nur in speziellen Barfer-Shops beziehen, sondern in vielen Supermärkten oder Drogerien als Bierhefeflocken oder Tabletten in der "Schönheitsabteilung" finden. Ein guter Tipp: Warum sollen nur die Tiere profitieren? Wenn uns schon Taurin gar nicht wirklich Flügel verleiht, verhilft uns Bierhefe zu schönen, festen Fingernägeln, glänzendem Haar und einem klaren Hautbild. Tierhaltung macht eben schön:o)

Bierhefeflocken und -pulver kann man auch in Bio-Qualität bestellen. Das bedeutet, dass die Zutaten für das gebraute Bier aus kontrolliert biologischem Anbau stammen. Ob sich das direkt auf die Qualität der Bierhefe auswirkt, mag dahingestellt sein. Immerhin unterstützt man so indirekt den Bio-Anbau, was ich persönlich nicht verkehrt finde.

 

Öle und Fette
Häufig wird die Zugabe von bestimmten Ölen zum Katzenfutter empfohlen.
Tatsächlich kann man mit Ölen wie Lachsöl, Nachtkerzenöl etc. ein nicht ideales Fettsäurenverhältnis der Omega-Fettsäuren im Futter verbessern.
Ein Risiko bei der Zugabe von Ölen und Fetten ist, dass diese bei der Oxidation Vitamine zerstören und weitere biochemische Prozesse aktivieren. Wenn also eine Ölzugabe nötig ist, dann empfehle ich am ehesten, die Öle in Kapselform zu kaufen und die Kapseln dann anzustechen und über dem Futter frisch auszudrücken. So sind die verwendeten Öle wenigsten noch nicht lange mit Sauerstoff in Kontakt gekommen. Grundsätzlich empfiehlt sich, Öle immer gekühlt aufzubewahren und geöffnete Flaschen innerhalb von 6-8 Wochen möglichst zu verbrauchen.

Aus vielen Erfahrungsberichten und aus eigener Erfahrung kann ich aber behaupten, dass eine vorübergehende kurmäßige Zugabe von Lachsöl (mit Vit. E) oder/und Nachtkerzenöl Katzen beim Fellwechsel und bei allgemeinen Hautproblemen unterstützt. 1-2 Tropfen pro Tag/Katze über einen Zeitraum von 4-6 Wochen zweimal jährlich scheinen angebracht, unabhängig von der Fütterungsart.

Weizenkeimöl benutze ich beim roh füttern um Vitamin E zu supplementieren. Da ein Ungleichgewicht der fettlöslichen Vitamine und eine Überdosierung sehr schädlich sind, rate ich davon ab, es "einfach so" zu geben. Außerdem reagieren manche Katzen auf Weizen im weitesten Sinne allergisch.
Die Gefahr einer allergischen Reaktion besteht bei allen Ölzugaben. Daher rate ich grundsätzlich zu aufmerksamer Beobachtung bei der Zufütterung von Ölen.

Fett supplementieren Barfer bei mageren Fleischsorten am besten mit ungewürztem Gänse- oder Schweineschmalz.
Gänseschmalz ist für viele Katzen ein Appetitanreger und kann daher bei Mäkelkatzen als Appetitverstärker in Maßen eingesetzt werden. Schmalz hilft auch beim Abführen von Haarknäulen im Verdauungstrakt und kann unter Umständen als Ersatz für Malzpaste oder Katzengras eingesetzt werden. Meistens wird es im Handel mit einem Anteil Schweineschmalz zusammen angeboten, weil es so etwas fester in der Konsistenz ist.
Schweineschmalz enthält ein gutes Fettsäurenverhältnis um z.B. mageres Geflügel zu ergänzen. Da Schmalz durch Erhitzen gewonnen wird, besteht keine Gefahr, den Pseudotollwutvirus damit einzuschleppen.
Ich persönlich greife bei diesen Fetten gerne zu Bioqualität.
Butter wirkt bei Katzen abführend. Als Fettsupplement für Barfer ist sie daher ungeeignet. In Maßen als Abführmittel bei Verstopfung verabreicht, kann sie gute Dienste leisten.

Andere pflanzliche Öle und Fette sind nicht unbedingt empfehlenswert. Für Katzen sind Arachidonsäure und Linolsäure essentiell. Sie können auch nicht, wie zum Beispiel Hunde, Arachidonsäure aus Linolsäure selbst umwandeln. Diese essentiellen Fettsäuren liegen aber vor allem in tierischen Fetten vor und pflanzliche Öle und Fette helfen da nicht weiter. Ab und zu im Sinne der Abwechslung schaden allerdings pflanzliche Öle nicht. Interessante Öle sind zum Beispiel: Schwarzkümmelöl, Olivenöl, Hanföl, Borretschöl, Distelöl, Leinöl, Kokosöl, Walnussöl…. Hundebarfer dürfen sich hier austoben, Katzenbarfer üben besser Zurückhaltung und geben häufiger tierische Fette/Öle. In Fertigfutter sind leider häufig pflanzliche Öle zugesetzt, Grund dafür ist unter anderem der Kostenfaktor. Da sollte man nicht noch zusätzlich mit noch mehr Pflanzenölen ins gleiche Horn stoßen. Relativ fettarme Futtersorten darf man mit einem Klecks purem Schmalz anreichern.

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